69. Markus Brückner: Fortbildung und Digitalisierung

Shownotes

Was macht eine gute Fortbildung aus? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Weiterbildungen etwas im Berufsalltag bewegen? Und welche Rolle kann die Digitalisierung dabei spielen? In dieser Folge spricht Kristin Thielemann mit Markus Brückner, dem neuen Referenten für Fortbildung und Digitalisierung im Verband deutscher Musikschulen, über Gelingensbedingungen zeitgemäßer Fortbildungsangebote.

Podcast „Voll motiviert“ #56: Musikschulkongress 2025: Wir leben Musikschule, https://www.youtube.com/watch?v=dn9OoO8Gukw

Website des Verbands deutscher Musikschulen: www.musikschulen.de

Website von Kristin Thielemann: www.vollmotiviert.com

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00:00:02: Teaser: „Voll motiviert“ – der Musikpädagogik-Podcast von Schott Music, dem Verband deutscher Musikschulen und Kristin Thielemann.

00:00:11: Kristin Thielemann: Hallo ihr Lieben, da bin ich wieder für euch auf Sendung. Danke, dass ihr wieder eingeschaltet habt und vor allem danke fürs Teilen und Kommentieren der Folge 68 zum Thema Konflikte und Kommunikation. Da ist ja einiges an Rückmeldungen von euch zusammengekommen und das zeigt auch, wie viel Sprengstoff manchmal in unserem Arbeitsalltag stecken kann. Aber auch, wie uns Konflikte unsere Motivation zum Arbeiten rauben können. Was uns dagegen neue Energie und Motivation schenken kann, ist vertieftes Wissen. Lebenslanges Lernen und Fortbildung eröffnen uns nicht nur neue Perspektiven, sondern sie ermöglichen auch einen Austausch mit anderen, bringen frische Impulse in festgefahrene Routinen und können echte Begeisterung für unseren Beruf neu entfachen. Heute habe ich Markus Brückner zu Gast. Er ist der Referent für Fortbildung und Digitalisierung im VdM. In unserem Gespräch geht es um die Gelingensbedingungen von Fortbildungen und natürlich auch darum, welche Rolle die Digitalisierung dabei spielen kann. Viel Freude beim Anhören, Kommentieren und Teilen. Und hier kommt er. Hallo Markus.

00:01:12: Markus Brückner: Hallo liebe Kristin, danke, dass ich da sein darf.

00:01:15: Kristin Thielemann: Sehr gerne doch. Habe schließlich nur gute Erfahrungen gemacht mit Gästen aus Sachsen hier im Podcast. Vielleicht zu Beginn unseres Gesprächs: Heute mal ein bisschen anders eingestiegen als sonst. Was war denn eigentlich deine letzte Fortbildung, die du besucht hast?

00:01:30: Markus Brückner: Oh, meine letzte Fortbildung: Die ist gar nicht so lange her. Ich kann dir im Moment gerade nicht sagen, welche das war, aber ich habe auf jeden Fall noch vor ein paar Tagen mal geschaut, was für Fortbildungen ich eigentlich alle im vergangenen Jahr, aber auch in diesem Jahr schon ich besucht habe. Und das sind dann ganz unterschiedliche Formate gewesen. Also da waren kürzere dabei und da waren natürlich auch längere dabei. Das, was richtig lang war, wo ich dabei war, das war natürlich der Musikschulkongress 2025 in Dresden, der ja dann gleich mal über mehrere Tage geht und wo man wirklich die ganze Bandbreite an Fortbildungen erleben kann zu den ganz unterschiedlichsten Themen. Und dann habe ich aber auch sehr gerne digitale Formate immer mal mit besucht, also zum Beispiel zum Thema Onboarding, was ein Thema ist, was mich derzeit natürlich auch ein ganzes Stückchen mit beschäftigt, weil es ja auch viele Veränderungen im Arbeitsleben gibt und immer wieder neue Menschen ins Arbeitsleben eintreten. Und das aus meiner Sicht ein total wichtiger Aspekt ist, dass so ein Onboarding-Prozess natürlich auch gut läuft. Man wird ihnen in der Realität nie so umsetzen können, wie man ihn sich in der Theorie vorgestellt hat. Aber so gewisse Punkte, das ist schon wichtig. Und das war zum Beispiel ein Thema, was ich mit besucht habe.

00:02:55: Kristin Thielemann: Onboarding. Ja, das ist natürlich ein großes Thema und wahrscheinlich auch ziemlich unterschätzt. Aber jetzt hattest du gerade schon erwähnt: Musikschulkongress. Wo findet denn der nächste eigentlich statt? 2027 in Osnabrück. Ist das richtig?

00:03:09: Markus Brückner: Der nächste findet in Osnabrück statt, im Jahr 2027. Also wir müssen uns noch etwas gedulden, aber so ganz weit weg ist es auch nicht. Es ist ja immer dieser Zweijahresrhythmus bei den VdM-Musikschulkongressen und Osnabrück, da hast du völlig recht, das ist das nächste Ziel, was ich schon mal alle ins Büchlein oder in den digitalen Kalender oder in den Kopf schreiben können.

00:03:34: Kristin Thielemann: Das wird sofort erledigt. Herr Brückner, ich habe den digitalen Kalender schon offen und da steht jetzt drin Ende April, Anfang Mai 2027, VdM-Musikschulkongress in Osnabrück. Und mehr dazu gibt’s dann ja sicherlich demnächst auf www.musikschulen.de. Und das ist dann ja eine deiner ersten großen Bewährungsproben im neuen Job. Aber darf ich mal ganz indiskret fragen: Wie wird man denn eigentlich Referent für Fortbildung und Digitalisierung im VdM?

00:04:05: Markus Brückner: Ich war bis vor Kurzem Geschäftsführer beim Landesverband der Musikschulen in Sachsen, habe das über viele Jahre mit begleitet und ein Punkt, der mich dort auch immer mit begleitet hat, das war tatsächlich auch das Thema Fortbildungen. Wir hatten eine ganze Reihe an Themen, die wir als Landesverband, die wir mit Fortbildungen mit abgedeckt hatten und wir hatten zum Beispiel einen Bereich fürs Marketing uns entwickelt, wo wir Fortbildungen angeboten hatten im digitalen Raum. Wir haben Fortbildungen entwickelt für Verwaltungskräfte bzw. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Verwaltungsbereich. Und so weiter und so fort. Und das war ein Bereich, der mich tatsächlich in den letzten Jahren auch immer mehr interessiert hat, weil er einfach aus meiner Sicht etwas ganz Wichtiges ist, also ein total zukunftszugewandter Bereich. Also man schaut immer in die Zukunft. Man muss natürlich auch mal sehen: Ja, ich brauche eine Fortbildung oder das ist ein Thema, was mich jetzt interessiert. Aber man tut es natürlich immer, um nach vorne zu gehen, um nach vorne zu schauen, um sich aktuelle Punkte abzuholen, um sich zu informieren. Und das ist was, was mich ja irgendwie immer mit einer gewissen Freude dann auch, oder ich habe es mit einer gewissen Freude verbunden und es hat mich interessiert und deswegen war das jetzt eigentlich perfekt. So ein Stück weit, dass es dafür sogar einen Arbeitsbereich gibt.

00:05:46: Kristin Thielemann: Sehr, sehr gut, schaut beides in die Zukunft Fortbildung und Digitalisierung. Und man könnte ja auch Fortbildungen digital denken, oder?

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00:06:32: Markus Brückner: Das kann man auf jeden Fall und das tun wir ja nun auch seit einigen Jahren, dass wir Fortbildungen sowie ja im Grunde ja viele Lebensbereiche auch immer ein Stück weit mit digital denken. Und du hast ja, denke ich, da auch schon die eine oder andere Erfahrung gemacht, was klappen kann oder was nicht klappen kann.

00:06:57: Kristin Thielemann: Ja, ich bin in die Fortbildung oder in das Geben von Fortbildungen eingestiegen eigentlich mal so ursprünglich in dieser Coronazeit, wo dann plötzlich Bedarf war an Motivation und Digitalität, so an dieser Kombination. Und das war ja auch ein bisschen Learning by Doing, das gleich in der digitalen Variante durchzuführen. Aber ich habe jetzt auch in den letzten Monaten noch mal recht häufig Fortbildungen zum Thema Apps, digitale Lernplattformen und KI im Musikschulunterricht geleitet. Und manche, das war ganz interessant, manche davon als Onlinevariante und andere davon wirklich als Präsenzveranstaltung. Und ich muss ja mal ganz unter uns gestehen, dass ich die Präsenzveranstaltung für Musikschulteams viel, viel besser geeignet finde für dieses Thema. Da kommst du einfach viel stärker und unmittelbarer so einen Kontakt mit Menschen und du kannst auch viel mehr helfen in Ausprobierphasen. Oft ist es ja nur ein kleiner Klick am Bildschirm, der dann, der dann wieder ganz viel löst. Und dann gibt es natürlich auch so diese Gespräche in den Pausen, die auch so so viel bewirken. Und man kann, und das finde ich ja eigentlich auch gerade den Vorteil, man kann auch inhaltlich viel spontaner auf Bedarfe der Teilnehmenden reagieren. Klar, ich habe mittlerweile viele Sachen auf dem Computer, so dass ich auch mal in der Onlinevariante schnell reagieren kann. Aber du siehst, so in diesen kleinen Kacheln siehst du so oft dann nicht die Mimik der Leute, diese spontanen kleinen Reaktionen, diese vielleicht ja auch diese Mikromimik, die einem als Dozentin dann ja auch verraten: Hey, an dieser Stelle zündet es jetzt so richtig. Da kann man vertiefen oder an der Stelle reicht es eigentlich auch, können wir weitergehen. Und deswegen, also wenn immer möglich, liebe ich es eigentlich, mit Teams so im Eins-zu-eins-Setting zu arbeiten. Aber natürlich, digital geht auch. Aber man muss auch sagen: Digital ist anstrengender. Also für Dozentinnen, finde ich. Also ich finde es auch zum Teilnehmen. Ich weiß nicht, wie es da deine Erfahrung, Markus?

00:08:52: Markus Brückner: Also digital ist anstrengend. Ich denke, du hast einen, also was ich in der Erfahrung wirklich einen guten Punkt gesagt, nämlich dass so eine Art Werkstattgedanken, ne, also wenn du mit Teams zusammen Dinge entwickelst, wenn du mit ihnen ausprobierst und das ist ja bei dem Thema, was du es nanntest, Apps etc. Anwendungen, da denkt man, naja, das kann man doch alles im digitalen Raum machen. Aber nein, wenn man, wenn man Dinge werkstattmäßig bearbeitet, also sich rantastet, gemeinsam ausprobiert, dann hat man ein völlig anderes Gefühl in so einer Gruppe und erlebt auch ganz anders, was die andere Seite macht. Und das geht dir wahrscheinlich als Dozentin so, aber ich denke auch den Teilnehmenden geht das so... Das müsste man einfach im Nachgang... Nach so einer Fortbildung kann man ja immer viele Dinge erfragen und auch das kann man ja mal fragen: Wie hätten Sie sich das jetzt im digitalen Raum vorgestellt?

00:09:56: Kristin Thielemann: Ja, bestimmt.

00:09:57: Markus Brückner: Könnten Sie sich das vorstellen?

00:09:59: Kristin Thielemann: Und toll finde ich ja auch, gerade, wenn du jetzt Fortbildung so live hast vor Publikum, also nicht live, aber wenn du Fortbildung in Präsenzvariante hast, wirklich vor Ort, finde ich, dann kannst du ja auch als Dozentin eine Haltung leben, die du dir auch für deinen Unterricht wünschst. Das heißt, ich gehe auf mein Gegenüber ein, ich nehme die Impulse an, wir gehen jetzt vielleicht nicht diesen vorgefertigten Weg, den ich mir schon zurechtgelegt habe für diese Fortbildung, sondern ich nehme das auf und wir kommen trotzdem am Ende am Ziel an, selbst wenn wir nicht den Weg genommen haben, den ich mir dafür überlegt habe. Und ich finde, das ist auch eine ganz schöne Haltung für einen Unterricht, dass auch Umwege sein dürfen und dass auch Umwege dazugehören und dass man in Umwegen manchmal viel, viel Schönes kennenlernen kann.

00:10:42: Markus Brückner: Und es kann aber natürlich auch sein, dass die Bedingungen das jetzt nicht hergeben. Dass wenn du jetzt so ein Seminar oder so eine Fortbildung mal für eine offene Ausschreibung gibst für ganz Deutschland, dann wird es natürlich schwerer, alle an einem Ort zusammenzubringen, weil dann Reisewege natürlich deutlich länger werden. Und für solche Punkte kann man, ich sage jetzt gar nicht für alles, aber für bestimmte Punkte kann man hier mit überlegen, ob nicht da auch ein digitaler Weg möglich ist. Und also wir haben ja auch in diesen Bereichen Erfahrungen gesammelt und vielleicht muss man dann einfach das digitale Tool, in welcher Form auch immer man es macht, in einer Videokonferenz mit vielen zusammen mit verschiedenen Unterräumen, wo man dann zusammenkommt, dass man es einfach an der Stelle abwechslungsreicher gestaltet. Und das ist vielleicht auch die Chance, wo du als Dozentin dann mal zwischendrin durchschlafen kannst. Wenn nämlich so digitale Gruppenarbeit in kleineren Gruppen passiert, dass sich die 50 Teilnehmer auf zehn Gruppen verteilen und mal nur unter sich ihre Erfahrungen austauschen, dann hast du natürlich als Dozentin… du kannst ja nicht in zehn Räumen gleichzeitig sein.

00:11:56: Kristin Thielemann: Aber hintereinander.

00:11:58: Markus Brückner: Aber hintereinander. Das kann natürlich…

00:12:00: Kristin Thielemann: Hast du das mal gemacht!? Das ist der absolute Horror.

00:12:01: Markus Brückner: (lacht)

00:12:04: Kristin Thielemann: Entschuldigung.

00:12:05: Markus Brückner: Ja, aber…

00:12:06: Kristin Thielemann: Soll ich es rausschneiden? Markus, ich finde das anspruchsvoll mit Gruppenräumen. Echt wahr.

00:12:12: Markus Brückner: Ja.

00:12:14: Kristin Thielemann: Also, weil, du kommst so extern dazu. Alles schweigt dich an, du hast keine Ahnung, was gelaufen ist. Die wissen gar nicht: Was will die denn jetzt? Oh Gott, das finde ich immer so furchtbar.

00:12:23: Markus Brückner: Na ja, aber dann nimmst du dir halt diese Viertelstunde die Zeit, dass du mal nicht reingehst, sondern einfach nur von außen dir die Ruhe gönnst und dann die Gruppen natürlich ihre Sachen präsentieren lässt. Und das ist natürlich noch mal ein ganz anderes… Dann ist und das ist denke ich, ist auch etwas, was ganz wichtig ist, weil es ist unheimlich schwerer, Menschen innerhalb so einer eines digitalen Raums dazu zu bringen, dass sie auch teilnehmen. Also es ist bewusst, Fragen zu stellen oder mit mitzusprechen, sich zu beteiligen. Und das muss man alles ein Stück weit, viel stärker mit herausfordern und und und suchen. Und dafür kann natürlich sowas auch geeignet sein, weil dann hat auch jeder mal in der kleinen Gruppe die Möglichkeit gehabt zu sprechen, sich selber dort zu hören und sich selber im Digitalen zu erleben. Und wenn man dann mal was präsentiert, dann hat man auch die Gruppe stärker mit dem Digitalen, weil das ist etwas, wo ich wirklich denke, das ist viel schwerer. Und was du sagtest wir haben du hast die diese Werkstattphase, wo alle dann ein Stück weit mit dabei sind im gleichen Raum. Das ist im Digitalen natürlich deutlich schwieriger.

00:13:43: Kristin Thielemann: Ich habe neulich eine gute Erfahrung gemacht, auch bei einer JeKits-Fortbildung. Normalerweise frage ich immer nach guten Erfahrungen. So, was ist dein Best Practice Beispiel? Hat jemand was, was er erzählen will? Aus der Unterrichtspraxis? Dann kannst du das schön verknüpfen, noch mit irgendwas, ein bisschen wissenschaftlichen Kontext dahinter und hast eine tolle Story, an die du anknüpfen kannst. Und jetzt habe ich das aber in der digitalen Variante neulich mal anders gemacht. Ich habe nach den Worst Practice Beispielen gefragt und habe gedacht: Oh, da kommt bestimmt nichts. Und es war so toll, Markus. Oh, es hat so Spaß gemacht und die haben so tolle Beispiele gebracht und daran haben wir als Gruppe so viel gelernt.

00:14:26: Markus Brückner: Ja, super. Ein Punkt, der mir noch einfällt, was wofür das Digitale glaube ich auch gut geeignet sein kann: auch so kürzere Formate. Also wenn es jetzt nicht über einen ganzen Tag geht, sondern sagen wir mal eine Stunde. Also gerade zu aktuellen Themen, wo man Informationen übermitteln will oder muss. Und das vielleicht auch in einem, in einem regelmäßigen Format, dass man einmal im Quartal oder einmal im Monat, je nach Themenlage, dass man für eine Stunde zusammenkommt und zu bestimmten Themen eine Informationsveranstaltung, eine Fortbildung zu einem Bereich, der sich gerade neu entwickelt hat im digitalen Raum, dann ist das natürlich auch effektiv. Also die Stunde, sich vom Büro aus zu nehmen und so eine Fortbildung dann zu besuchen am Bildschirm. Da kann ich natürlich schneller ja sagen, als wenn ich das anders erlebe. Weil, wenn ich erstmal drei Stunden anreisen muss für eine oder anderthalb oder dann zwei Stunden.

00:15:33: Kristin Thielemann: Das finde ich ja so toll. Zum Beispiel, das machen die ja in NRW. Der Thomas Hanz mit seinem Upload. Da ist, das ist ja so ein regelmäßiges Tool, wo sie sich treffen zu digitalen Fragen, die ja oft auch schneller geklärt sind, wo man auch viel am Bildschirm was zeigen kann. Das finde ich wirklich ein ganz, ganz gutes Format. War ich auch schon mal zu Gast, teilnehmend und auch selbst fortbildend. Das finde ich ganz toll. Und da hast du noch was anderes Tolles gesagt. Warte, was...? Ja, jetzt weiß ich es wieder. Und zwar du hast von drei Stunden Anreisezeit gesprochen und da kam mir so ein Gedanke. Ich meine, Digitalfortbildung muss ja nicht unbedingt live gehalten werden im digitalen Raum, sondern könnte ja auch in anderer Weise digital sein. Zum Beispiel, ich hatte das jetzt, wir hatten das mit dem Podcast. Ich weiß jetzt nicht, war das Folge 65. Das war zum Thema Feedback und das war ja ursprünglich eine Idee, die aus... Also die von den Musikschulen Südtirol kam. Warte mal, ich habe das so oft eingesprochen: von den deutschen und ladinischen Musikschulen der autonomen Provinz Bozen Südtirol. Und die wollten auch eine Fortbildung konzipieren zum Thema „Feedback geben“. Wie kann es gelingen? Wie können sie es schaffen, dass das einfach mehr mitgenommen wird und weniger, dass es weniger Beschwerden gibt über Feedback? Ich weiß nicht, ob sie so viel Beschwerden haben, aber sie wollten sich einfach diesem Thema Feedback widmen und hatten dann gefragt, ob ich ihnen so ein eBook machen würde und habe gesagt: Ja, also kann ich schon machen.

00:17:00: Kristin Thielemann: Aber wie wäre es denn, wenn wir eine Podcastfolge zu diesem Thema machen würden? Ich meine eine Solo-Podcastfolge. Das ist echt... Dann kommst du ganz schön ins Schwitzen mit 45 Minuten alleine zum Thema und so. Ich habe es ja schon mal gemacht bei ADHS, aber meine Erfahrung ist, das wird so oft gehört jetzt auch und ich kriege so viel Feedback aufs Feedback, dass sich das eigentlich lohnt. Und dann war ein zweiter Punkt. Ich war dann wirklich in Südtirol und habe drei Kurse mit Gruppen gemacht zum Thema Feedback, die alle vorher den Auftrag hatten, diese Feedback-Folge zu hören. Und ich sag dir, Markus, ich war echt erstaunt, wie toll du darauf aufbauen kannst und woran man anknüpfen kann. Und ja, und es gab auch viel Feedback zum Feedback. Man konnte auch noch mal nachhören und so.

00:17:46: Markus Brückner: Und da zeigst oder da machst du ja Welten auf, die einfach auch total groß sind. Also das Digitale kann uns auch viele Chancen bieten. Und wenn man es als unterstützend betrachtet, wir haben ja, der VdM hat ja auch tolle Lehrgänge, die dann über mehrere Wochen im Jahr laufen. Also „Führung und Leitung einer Musikschule“ zum Beispiel. Das ist eine Veranstaltung, die funktioniert einfach wunderbar in Präsenz, weil dort viele Punkte, wie die du vorhin schon genannt hattest, zum Tragen kommen. Und sie lernen dort eben ein Netzwerk von Menschen kennen, die sie ein Leben lang auch mit begleiten kann. Und jetzt kann man aber natürlich das Digitale auch nehmen, um das zu unterstützen, also das Wissen, was in so einer, in so einem Lehrgang vermittelt wird. Das kann man natürlich digital auch aufbewahren und sogar weiterentwickeln. Also da kann ja auch dran gearbeitet werden, gemeinsam bestimmte Themen, die werden sich auch immer weiterentwickeln. Und so eine Gruppe, die sich in so einem Lehrgang kennengelernt hat und weiß, worum es geht, die kann dann im digitalen Raum natürlich solche Dinge auch gemeinsam weiterentwickeln.

00:19:03: Kristin Thielemann: Ja, „Führung und Leitung einer Musikschule“. Spannender Kurs. Da hatte ich jetzt gerade einen Dozenten von da, nämlich den Professor Christian Gerloff zum Thema „Konflikte und Kommunikation“. Das ist die Folge 68 geworden. Wir hatten es ja vorhin schon so ein bisschen angerissen, Markus, die Themen. Was sind denn deiner Erfahrung nach die derzeit relevantesten Themen für uns als Musikpädagogik-Bubble oder vielleicht Musikpädagogikwelt besser?

00:19:36: Markus Brückner: Also das große Spektrum für die Musikpädagogik-Bubble, die, wenn du es so nennen möchtest.

00:19:45: Kristin Thielemann: Möchte ich eigentlich nicht. Die Welt.

00:19:48: Markus Brückner: Ja, für die große weite Welt der Musikpädagogik. Ja, genau die, die haben wir ja. Oder versuchen wir ja im Großen und Ganzen immer alle zwei Jahre innerhalb des Musikschulkongresses mit darzustellen. Und da sind wir jetzt auch derzeit natürlich dran, für den Kongress 2027 in Osnabrück die Dinge zusammenzutragen. Und da spielen natürlich ganz viele Kräfte mit, die, die die Themen dort hineintragen. Da kann ich jetzt noch nicht zu viel verraten, auch gerade am aktuellen Punkt, wo ich jetzt hier stehe. Aber wir werden natürlich auch da wieder versuchen, so aktuell wie möglich zu sein und so viele Themen wie möglich auch dort mit rein zu nehmen, die diese ganze große Musikschulwelt betreffen. Es gibt das Führungsforum im VdM, ja zum Beispiel der BBL, also wo der Lehrgang „Führung und Leitung einer Musikschule“ mit dazugehört. Da gibt es aber auch Angebote für die Fachbereichsleitung, da gibt es ein Orientierungsseminar. Ein Update gibt es zum Beispiel auch als Format, was ja wo der Name oder wie der Name ja schon sagt, dann eben auch immer, dass man up to date ist und man die neuesten Entwicklungen ein Stück weit mitbekommt.

00:21:07: Markus Brückner: Und der VdM hat Ende des Jahres 2025 auch noch ein neues Format mit reingebracht, nämlich das Format VdM-Online. Und das ist etwas, was, wie der Name schon sagt, VdM-Online-Themen im digitalen Raum in einem begrenzten zeitlichen Rahmen vermittelt. Also das erste war zum Beispiel ein VdM-Online zum Leitfaden „Öffentlichkeitsarbeit von Musikschulen“. Das haben wir im November 2025 umgesetzt. Und das ist dann eben zum Beispiel in dem Fall eine anderthalbstündige Veranstaltung gewesen, deutschlandweit offen, wo die Teilnehmenden einerseits erleben und zuhören können: Was ist dort passiert, was kann dort, was wird dort vorgestellt? Zu diesem Leitfaden und andererseits natürlich immer auch die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, Rückmeldungen zu geben. Und so kann oder wird versucht, aktuelle Themen auch noch über diesen Kanal an diejenigen, die es für den jeweiligen Fall betrifft, heranzutragen. Und dann muss ich mir die Zeit nehmen. Ich habe also eine gewisse Dringlichkeit für mich selber erkannt und bringe jetzt den Einsatz rein, dass es losgeht, und werde dann versuchen, diese Themen und diese Dinge ja dort ein Stück weit mit aufzunehmen und habe zumindest die Anregung in einer gewissen Weise Dringlichkeit.

00:22:34: Kristin Thielemann: Da ist sie. Wir wollten unbedingt darüber sprechen, denn das mit dem Stichwort Dringlichkeit hat noch eine ganz besondere Bewandtnis.

00:22:40: Markus Brückner: Ja, das ist natürlich Chancen. Dringlichkeit. Es gibt eben bestimmte Punkte, wo… Ich denke, die sind ja, und dass ich mich entscheide für eine Fortbildung, dass ich die Fortbildung annehme, dass ich, dass ich mir bewusst bin, dass ich das brauche. Das braucht natürlich eine gewisse Offenheit. Und wenn ich mir überlege: Ach, jetzt habe ich hier den Unterricht, und dann muss ich dort das vorbereiten. Und dann ist ja noch das große Klassenvorspiel. Und was ist denn jetzt noch alles? Also man sieht sozusagen den Wald und die, die, die, die man man erkennt kein Zeitfenster mehr, wo man irgendetwas noch mit reinpacken könnte und dann kommt so eine Fortbildung. Und da denke ich, man muss sich einfach klar machen, das kann ja auch der totale Gewinn für mich sein, weil vielleicht spare ich diese Zeit ja in der Zukunft, weil ich an dem Nachmittag oder an dem Tag, wo ich Kristin Thielemann erlebt habe… Zum Thema Motivation natürlich und nicht nur durch Kristin Thielemann, die ja, wo das, was ja schon völlig ausreichen würde, aber auch durch die anderen Teilnehmer, wir hatten es ja besprochen, einfach so viel mit aufnehmen kann.

00:23:57: Kristin Thielemann: Ich werde ja ganz rot.

00:23:58: Markus Brückner: Ja, du musst nicht rot werden. Dass ich aber einfach so viel aufnehme, dass es mir für die Zukunft natürlich auch eine Zeitersparnis ist, weil ich Ideen bekommen habe, weil ich Hilfestellungen, vielleicht Orte weiß, wo ich die Hilfestellung bekommen kann.

00:24:15: Kristin Thielemann: Das ist es!

00:24:16: Markus Brückner: Und das ist etwas, das bringt mich dann schneller zu der Entscheidung, zu einem Ja, zu einem Lehrgang, vielleicht auch an einen Ort zu fahren, der nicht so nah ist zu meinem Wohnort oder zu meinem Arbeitsort. Aber am Ende lohnt es sich immer. Man hat nur oft ja kleine Barrieren im Kopf, die man überlisten muss. Wenn man sich sagt: Das ist die Hilfe für die Zukunft.

00:24:43: Kristin Thielemann: Ja, und ich glaube, du musst auch einfach, wenn du… Wenn du vor einer Gruppe stehst, musst du dir wirklich sehr bewusst sein, dass du viele Tools gibst, die auch wirklich praktisch sind und die für den Unterricht auch sofort umsetzbar sind. Also wirklich sowas zum Mitnehmen. Ich habe so eine Übemethodik entwickelt. Übemethodik „Straßenverkehr“, habe ich damals in diesem üben & musizieren Spezial „Voll motiviert!“ schon beschrieben. Irgendwann habe ich gedacht: Okay, ich mache da mal jetzt ein Paper draus. Kannst du dir scannen, kannst du mitnehmen und ich gebe allen aus der Fortbildung immer diesen Code mit dafür. Und es ist ja schon irre, wie viel Scans das Ding mittlerweile drauf hat und auch so, dass du dir bewusst bist, die Leute, die in der Fortbildung sitzen, die müssen so rausgehen, dass sie wissen: Also, die nächsten – weiß ich nicht – vier, fünf, sechs, sieben, acht Stunden müssen sie gar nicht vorbereiten, weil da haben sie so viel tolle Ideen plus dass sie auch noch Gedanken haben aus dieser Fortbildung heraus, die sie so generell prägen, also die ihre Haltung zum Unterrichten prägen, die ihre Haltung vielleicht auch zum Leben prägen, die sie diese insgesamt verändern. Und das finde ich eigentlich immer so schön, wenn das so eine gute, gute Mischung ist aus Selbstfürsorge, aber auch Fürsorge für deinen Unterricht mit den Schülerinnen und Schülern.

00:25:52: Markus Brückner: Genau. Und was du sagst, es gibt dann Material oder Ähnliches. Es gibt ja mit der Smartmusikschule zum Beispiel heutzutage auch Möglichkeiten, wo man Dinge auch gut ablegen kann, wo man gemeinsam drin arbeiten kann und wo man ja schon so eine Wissensdatenbank sich auch schaffen kann. Ja, um auch auch nachhaltig zu denken im Sinne von: Jetzt ist nicht nur dieser Fortbildungstag gewesen, sondern wir können es auch einfach noch mit mit rausnehmen. Ja, ich mache so viele Punkte auf, die muss man erst mal alle abarbeiten.

00:26:28: Kristin Thielemann: Ja, dabei hatten wir eigentlich, wir hatten ja so ein kurzes Vorgespräch und wir hatten ja besprochen, dass wir so die Gelingensbedingungen auf die so ein bisschen eingehen wollten, der Fortbildung und du hattest so was ganz Geniales gesagt, nämlich das Verb „educate“. Genau „educate“. Markus, erzähl mal bitte, wie war denn das noch mit Inhalt gefüllt?

00:26:49: Markus Brückner: Na ja, „educate“ ist ja… Also ich habe geschaut, was was in Fortbildung, in Weiterbildung steckt. Überall das Wort Bildung. Und wenn man jetzt übersetzen möchte, dann nimmt man vielleicht educate, das kann ja auch bilden heißen. Und dann habe ich versucht, diese Buchstaben mit einem Sinn zu versehen. Also die haben schon den totalen Sinn. Aber ich habe versucht, noch mehr Sinn für mich – einfach um es mir ein bisschen zu verbildlichen – zu machen und habe das für einen Satz zum Beispiel genommen. Also wenn ich eine Fortbildung besuchen möchte, dann muss ich einen gewissen „Einsatz“ reinbringen. Also ich muss etwas investieren, zum Beispiel Zeit. Ich muss Geld investieren und eine gewisse Offenheit. Das „D“, das steht in dem Fall dann für eine „Dringlichkeit“. Wir hatten ja schon drüber gesprochen. Also das ist natürlich auch etwas: Eine gewisse Dringlichkeit muss schon bestehen, dass ich sage, ich gehe jetzt zu einer Fortbildung und auch wenn ich sage, die ist immer gut und es wird immer einen weiterbringen. Die Entscheidung, Fortbildung zu nutzen, kommt natürlich. Wenn ich die Dringlichkeit erkenne, dann vielleicht noch ein bisschen schneller.

00:27:57: Kristin Thielemann: Absolut, ganz klar. Und willst du wissen, was die dringendsten angefragten Fortbildungen in diesem Jahr sind? Sag es mir. Ich hatte schon im Februar, hatte ich zehn Anfragen zu diesem Thema: ADHS-Betroffene im Musikunterricht. Wirklich, war eine ganz, ganz große Not im Kollegium. Wie gehe ich mit Kindern um, die unruhig sind, die konzentrationsschwach sind? Wie gehe ich mit meinem Stress dazu um? Aber ich wollte dich nicht unterbrechen. Aber ich liebe ja ADHS-Fortbildungen.

00:28:26: Markus Brückner: Ja und das ist ja eben das Beispiel dafür. Also eines der Beispiele. So haben wir das ja in allen Themenbereichen, dass immer irgendetwas gerade ein Stück weit einer Dringlichkeit... Also ich würde immer eine Dringlichkeit an vielen Stellen finden, wo man sagt, okay, jetzt könnte ich mich an der Stelle ein Stück weit fortbilden. Ich mache mal noch die noch einen Buchstaben, nämlich das „U“ bei „educate“. Nämlich der „Umstand“. Also in welcher Situation befinde ich mich gerade, das muss ich mir klar machen. Welche Möglichkeiten habe ich, welche Bereitschaften, um an Fortbildungen teilzunehmen. Und dann habe ich aber sofort die „Chancen“. Also das Ziel steht natürlich für Chancen und die Chancen: Da haben wir ja jetzt auch schon ein paar Minuten drüber gesprochen. Die sind einfach immer groß. Netzwerk, Input und ein Fortbewegen nach vorne. Ja, die „Art“ der Fortbildung haben wir natürlich. Das wäre das „A“ bei „educate“. Also welche Form von Fortbildung passt einerseits zum Thema, aber auch welche Art von Fortbildung passt für mich als Nutzen? Da wird jetzt jeder etwas anderes sagen. Manche sagen digital kann ich mir nicht vorstellen. Andere sagen: Oh, jetzt irgendwie weit reisen, das kann ich mir nun wiederum nicht vorstellen. Und es wird aber für beide Seiten auch wieder genau die andere Seite geben, dass jemand sagt: Für mich ist das genau das Richtige. Und diese Mischung muss man für sich selber klar machen und wir natürlich auch in der Organisation und in der, in der Umsetzung von Fortbildungen. Also eine gewisse Breite etc. mit anzubieten. „T“ wäre das „Thema“.

00:30:06: Kristin Thielemann: Relevante Themen haben wir praktisch heute schon nebenher ganz viele schöne angeschnitten.

00:30:12: Markus Brückner: Thema hatten wir schon ganz viel. Und das ist natürlich noch etwas, das ist das „Ergebnis“. Also ich werde immer mit einem Ergebnis aus einer Fortbildung rausgehen und wir unsererseits werden dann, um das Ergebnis zu erfahren, natürlich eine Art Evaluation, also eine Befragung in irgendeiner Weise durchführen, um zu erfahren: Das kann man in ganz unterschiedlichen Formen machen. Hier könnte man es auch digital wieder machen. Oder man fragt direkt nach einer Fortbildung, geht noch mal zusammen und lässt ein paar Worte sagen. Aber man muss irgendwie am Ende das Resultat und das Ergebnis sich vor Augen führen.

00:30:53: Kristin Thielemann: Also man könnte ja das „e“ in „educate“ oder das zweite „e“ in „educate“ auch nicht nur „Ergebnis“, sondern auch „Erkenntnis“ heißen. Das finde ich auch schön. Super, ganz ganz toll und Erkenntnis, was oft gut funktioniert hat bei meinen Fortbildungen, die ich gegeben habe. Ich erkläre am Schluss immer noch so ein bisschen so ein paar Strukturierungstools oder wie kannst du Hausaufgaben gut notieren und übersichtlich und so und da habe ich eine Weile lang, mache ich auch immer noch manchmal, das Kanbanboard vorgestellt und dann zu sagen: Okay, Kanban funktioniert so und so, könnte man so und so im Unterricht einsetzen. Und jetzt würde ich euch bitten, selber ein Kanbanboard zu schreiben und da drauf zu schreiben: Was nehme ich mit von der heutigen Fortbildung? Und dann gibt es eine Runde, also so, dass von der Teilnehmerzahl her passt, jeder nennt ein Stichwort von dem, was er sich mitnimmt, heute von unserem gemeinsamen Schiff namens Fortbildung. Was nehme ich mit von der heutigen Fortbildung? Und dann siehst du immer es ist ja, also mir hat dieses und jenes besonders gut gefallen, weil ich kann das brauchen aus den und den Gründen. Und dann siehst du aber bei den Teilnehmenden, dass die noch mitschreiben, weil sie denken ach, das war ja auch noch ah, das war ja auch noch Und dann hinterher ist dieses Kanbanboard völlig voller Stichworte, wo am Anfang vielleicht nur zwei oder drei standen. Also das wirklich in der Gruppe auch noch mal zum Thema machen. Also an welchen Segelgebieten sind wir vorbeigekommen und was haben wir da erlebt? Was können wir mitnehmen an Bord?

00:32:17: Markus Brückner: Schafft ja auch einen gewissen Punkt von Gemeinschaft, weil man gemeinsam das auch noch dann entwickelt. Finde ich eine tolle Idee von dir.

00:32:32: Kristin Thielemann: Aber ja klar, es gibt natürlich dann auch mal jemanden, der sitzt in der Fortbildung, weil er da sitzen muss, nicht weil er da sitzen möchte und so Leute zu knacken, das ist dann, das ist dann echt eine Herausforderung. Und es ist ja auch unterschiedlich, ob es jetzt Fortbildungsverpflichtungen gibt. Das ist ja von Bundesland zu Bundesland, manchmal von Musikschule zu Musikschule auch ganz unterschiedlich, wie das gehandhabt wird und auch wie das abgefragt wird. Aber so meine Erfahrung, ist, dass Leute, die noch nicht so häufig in Fortbildungen waren, jetzt aus Musikschulteams, dass man die erst mal so ein bisschen knacken muss. Aber die, die man ein bisschen knacken muss, das sind oft die, die bleiben am Schluss noch mal und suchen noch das persönliche Gespräch. Und die hast du dann ganz oft zwei, drei Monate später wieder in irgendeiner Fortbildung sitzen, weil sie sagen: Das hat sich aber für mich gelohnt und das ist einfach, das ist so ein Glücksgefühl, wo du denkst: Ja, ich, ich habe dir ganz genau an der Nasenspitze angesehen bei der Vorstellungsrunde. Du wolltest nicht hier sein und das ist einfach so ein Geschenk, dass du jetzt wieder kommst. Ich freue mich so riesig drüber.

00:33:30: Markus Brückner: Du hast eben auch schon einen schönen großen Erfahrungsschatz mit dem, was du schon eine ganze Weile machst.

00:33:37: Kristin Thielemann: Ich finde es einfach echt sehr spannend. Nicht nur, weil es für mich inhaltlich immer wieder ein Update ist, weil ich gehe nie in eine Fortbildung, auch wenn ich das Thema schon weiß, ich nicht 100 mal vor Publikum gemacht habe. Ich gehe nie rein, wenn ich exakt das gleiche Wissen habe wie am Vortag, sondern ich versuche zu jeder Fortbildung vorher mich noch mal vertieft mit dem Thema zu beschäftigen, weil ich glaube, wenn das immer nur Fließbandarbeit wäre und wenn du jedes Mal das Gleiche machen würdest, dann wäre das auch für den Dozenten wahnsinnig wahnsinnig ermüdend und das würdest du auch spüren. Und deswegen Es muss immer etwas Kniffliges auch drin sein für einen selbst.

00:34:11: Markus Brückner: Ja, und uns. So geht es dir wahrscheinlich auch, weil auch du als diejenige, die so eine Fortbildung leitet. Du lernst ja auch wieder daraus, aus dem was was dort passiert, was du auch an einerseits an Feedback bekommst, aber auch von dem, was die Teilnehmenden beitragen in so einer Fortbildung.

00:34:30: Kristin Thielemann: Das ist ja der eigentliche Schatz. Das hat ja der Peter Röbke in seiner in seinen beiden Nachhaltigkeitsfolgen auch so erzählt. Da sind wir so ins Gespräch gekommen über das implizite Wissen, was was in den Leuten drin ist, also wie, Wie kann man es schaffen, dass es ihnen viel bewusster wird, was sie da eigentlich machen? Dass sie das nicht nur selber viel bewusster einsetzen können, sondern dass sie damit auch andere inspirieren. Und das finde ich auch ganz spannend in Fortbildung. Aber ich wollte dich nicht unterbrechen. Du hattest auch schon Luft geholt.

00:35:03: Markus Brückner: Ähm, ja.

00:35:06: Kristin Thielemann: Hm.

00:35:08: Markus Brückner: Wofür war die Luft gedacht? Was? Was? Wirklich noch so? Was ist das? Wo? Ich denke, das ist noch was Wichtiges. Ist dieses Wort Netzwerk einfach, dass man diesen Netzwerkgedanken ein Stück weit mit pflegt? Und man kann natürlich, wenn man jetzt zum zum Musikschulkongress als, als als Größte dieser vielen Veranstaltungen geht, dann sieht man ja, man, man erlebt einerseits das Programm, aber man trifft einfach auch ganz viele, die die gleiche Arbeit machen wie man selber. Also das sollte man ein Stück weit auch immer mitdenken. Und genau das braucht auch immer einen gewissen Raum bei solchen Veranstaltungen.

00:35:53: Kristin Thielemann: Das ist ja auch das Schwierige bei Musikschulkongress. Dann liest du vorher dieses diese tolle Programmbroschüre und denkst: Wow, hier muss ich hin und da muss ich hin und da muss ich das als 1000 Sachen gelesen, wo du denkst Mist, und dann musste ich noch entscheiden, weil es liegen manche tollen Angebote parallel. Das ist ja echt immer. Also letztes Jahr, es war auch wirklich irre in Dresden, also ganz toll. Ja und dann gehst du eine Veranstaltung und beim Rausgehen tauschst dich zum Thema mit irgendwem aus und bleibst dann vor der Tür stehen und denkst: Oh, jetzt muss ich aber schnell weg, da kommt die nächste Veranstaltung und du schaffst es gar nicht. Es ist so interessant. Also der Tag hat einfach mindestens 24 Stunden zu wenig gehabt in Dresden.

00:36:30: Markus Brückner: Aber die Grundlagen sind halt geschaffen. Also sie sind da, dass man dass man auch diesen Austausch mit, mit mit pflegen kann, was man im normalen Arbeitsalltag einfach nicht hat. Und deswegen denke ich das Netzwerken mitzudenken bei Fortbildungen, bei Weiterbildungen. Man braucht immer diesen Punkt, dass der Austausch möglich ist.

00:36:50: Kristin Thielemann: Absolut. Deswegen ist das auch immer. Dann wirst du angefragt für eine Fortbildung und ja, wie machen wir die Tagesstruktur? Ja. Mittagspause. Eine Stunde reicht. Wo ich denke: Ja, können wir machen, ja. Also, für mich kein Problem. Ich wollte nur gesagt haben: normalerweise anderthalb Stunden brauchst du Sicher. Wenn du irgendwo hin gehst, zum Essen mit einer Gruppe. Und vergiss nicht, da entsteht auch ganz viel, was es auch wert ist, gelebt zu werden. Und gerade was du vorhin sagtest, so toll, dass du bist ja oft so Einzelkämpfer, Einzelkämpferinnen im Musikschulunterricht und dass man dem aber auch Raum gibt, das zu kanalisieren, dieses Netzwerk zu leben und das auch, dass sich das auch in der Fortbildung wiederfinden darf, das finde ich ganz wichtig. Ich starte ja grundsätzlich immer erstmal mit einer halben Stunde Pause. Das ist nur nicht so genannt, weil ich meine, ich muss ja, wenn ich zu einer Fortbildung gehe, muss ich ja erstmal den Raum aufbauen und als mein Equipment aufbauen. Es braucht so einen gewissen Moment vorher und ich sage dann immer, ich komme meinetwegen um zehn vor neun. Um neun ist offenes Treffen der Lehrkräfte bei Kaffee und Tee und vielleicht Brezeln oder was auch immer ist. So, so, du kommst an und dann besteht so die Möglichkeit, dass sie in Austausch kommen in Kontakt. Es hat dann auch immer welche, die kommen ein bisschen später. Das ist sowieso Gleitzeit, so im Kindergarten. Du kannst dein Kind abgeben zwischen, weiß ich nicht, sieben und 8:30 Uhr. Dann hast du hast dann nicht dieses dass sie dann während des Kurses sich sich so über organisatorische Dinge austauschen müssen oder sich ein halbes Jahr nicht gesehen haben und sich dringend mal wieder Hallo sagen müssen durch den ganzen Raum oder sich was ganz wichtiges erzählen, sondern das ist alles vorher schon passiert und du hast auch keine Zuspätkommer mehr. Das heißt so mit dieser mit dieser halben Stunde Kaffee und Tee zu Beginn habe ich wirklich wahnsinnig gute Erfahrungen gemacht.

00:38:39: Markus Brückner: Jetzt habe ich Kaffeedurst.

00:38:43: Kristin Thielemann: Ja, ich glaube, es ist so, auch, dass wenn man ein Bild sieht von einer Tasse Kaffee, fühlt man sich wacher. Das ist wirklich wissenschaftlich bewiesen.

00:38:51: Markus Brückner: Okay.

00:38:52: Kristin Thielemann: Ich könnte dir eins einblenden, denn fünf vor fünf. Markus 16:55. Es ist zu spät, um jetzt noch groß Kaffee zu trinken. Es sei denn, du willst erst heute Nacht um drei ins Bett.

00:39:03: Markus Brückner: Nee, nee.

00:39:03: Kristin Thielemann: Oder du kannst das ab.

00:39:04: Markus Brückner: Wir verschieben das auf morgen früh wieder.

00:39:06: Kristin Thielemann: Mal, aber jetzt bist du in Bonn, oder?

00:39:08: Markus Brückner: Jetzt bin ich gerade in Bonn. Der generelle Arbeitsort wird Berlin sein. Genau. Aber dieses Jahr bist du auch in Zwickau. Kann das sein?

00:39:18: Kristin Thielemann: Ja. Robert Schumann Konservatorium.

00:39:20: Markus Brückner: Renate Wachsmuth.

00:39:22: Kristin Thielemann: Ach, die war ja auch süß. Da hatte ich eine Fortbildung und am nächsten Tag rief sie an und hat gesagt: Wir müssen das, wir müssen das weitermachen!

00:39:29: Markus Brückner: Na ja, aber das ist doch toll. Und. Und das ist das doch, worum es geht.

00:39:34: Kristin Thielemann: Ja, und.

00:39:35: Markus Brückner: Die die Weiterentwicklung, die das noch nach vorne kommen. Und du nennst ja deine, deine, deine Reihe sogar oder hast den Begriff Motivation mit drin?

00:39:46: Kristin Thielemann: Ich meine das Thema Motivation. Das hat mich ja irgendwie so gefunden. Ich habe ja nie nach einem Thema für eine Fortbildung gesucht. Also ich wollte ja eigentlich auch gar keine Fortbildung geben. Und dann irgendwie kam ja die Anfrage, ein üben & musizieren spezial zu schreiben. Und das ist dann zum Thema Motivation geworden. Und dann kamen so Anfragen. Und eigentlich ist es ganz clever gewesen, dass genau das als allererste Fortbildung zu geben und das immer und immer weiter zu vertiefen. Dann kannst du nämlich genau diese diese Quintessenz der Motivation kannst du dann alle anderen Fortbildung mit reinnehmen?

00:40:18: Markus Brückner: Und da haben sich zwei gefunden die Motivation und Kristin.

00:40:22: Kristin Thielemann: Ja, und die Digitalisierung und Markus! Wie bist du eigentlich zur Digitalisierung gekommen? Also was fasziniert dich daran?

00:40:36: Markus Brückner: Naja, die Digitalisierung. Was mich daran fasziniert ist im Grunde das, was wir ja jetzt auch schon eine ganze Weile besprochen haben, nämlich dass man und das sage ich, dass es etwas Unterstützendes sein muss. Also es muss uns in unserem Schaffen unterstützen und im besten Fall auch erleichtern oder neue Wege, neue Räume eröffnen, in denen wir uns bewegen. Und für den Fortbildungsfall, da haben wir ja schon ein paar Punkte mit benannt, wo das mit reingehört und wo das uns unterstützen kann. Und das kann unser Arbeitsleben unterstützen. Andere Punkte, da gehört vielleicht auch gar keine Digitalisierung mit rein, die dann dann dann stört sie vielleicht auch bloß oder ist jetzt nicht besonders förderlich, aber sie kann eben. Wenn wir im Arbeitsleben über überlegen kann sie uns tatsächlich viele Dinge abnehmen.

00:41:28: Kristin Thielemann: Ist so ein bisschen wie beim Kaffee trinken. Es geht so um den bewussten Einsatz: Wann brauche ich die digitale Welt, also wann brauche ich jetzt einen Kaffee und wann kann ich vielleicht auch Wasser trinken? Das heißt, wann kann ich auch? Vielleicht oder wann sollte ich auch mal drauf verzichten? Also es ist irgendwie so eine, so eine Bewusstmachung, so ein ganz bewusster Einsatz.

00:41:49: Markus Brückner: Das ist ein total. Ja, das ist ein total guter Satz, den du sagst, weil wenn wir das jetzt wieder auf das Fortbildungsthema runterbrechen, dann ist ist es ja so das Format muss zum Thema passen und nicht andersrum. Also nicht das Thema oder das, was wir brauchen, muss sich dem Format anpassen. Dann nehme ich jetzt mal die Coronazeit aus. Da war das anders. Aber im normalen Leben muss das Format und da kann es eben sein, dass man sagt, das digitale Format ist hier genau das, was uns nach vorne bringt. Und bei einer anderen Geschichte kann es eben sein, dass es das gerade nicht ist.

00:42:27: Kristin Thielemann: Ja, oder man kombiniert das so ein bisschen, man macht so völlig analog und man trinkt dann hinterher noch einen kleinen, ganz, ganz guten Espresso. Man gibt so ein, so ein digitales Goodie mit nach Hause. Oder man pflegt ein digitales Netzwerk, so wie du das jetzt so schön beschrieben hast auch.

00:42:46: Markus Brückner: Also Kristin. Da muss ich dir jetzt sagen, du solltest eine Empfehlung an den Podcast setzen. Man sollte ihn bei einem Kaffee hören.

00:42:55: Kristin Thielemann: Wir hatten in der letzten Folge es hat es. Es fing fürchterlich an, wir haben hier einen Gastkater, der uns tyrannisiert. Der läuft immer durch den Garten und wir haben aber auch einen eigenen Kater, der sich davon total getriggert sieht. Und normalerweise ist unser Kater ist eigentlich recht brav und schläft jede Podcastfolge durch, so wie auch jetzt. Aber in dieser Podcastfolge zum Thema Konflikte hat dieses Viech mich irre gemacht. Der ist hier durch den Raum geflogen und hat hier gekratzt und miauzt und wollte zwischendurch raus. Und das zieht sich durch diese ganze Podcastfolge zum Thema Konflikte. Genau wie wir uns jetzt hier bei einem Kaffee getroffen haben, der mittlerweile leer ist. Zumindest bei mir. Und ich bin auf Wasser umgestiegen. Aber Kaffee ist eigentlich ein schönes Bild für einen bewussten Einsatz der digitalen Welt. Das war mein Gespräch mit Markus Brückner. Danke, lieber Markus, dass du dabei warst, hat mir sehr, sehr viel Freude gemacht und ist ja wohl Ehrensache, dass der nächste richtig gute Kaffee auf mich geht. Und wenn ihr, liebe Voll-motiviert-Community, jetzt gar nicht genug von diesem charmanten Sächsisch und von Fortbildung bekommen könnt, dann kann ich euch sehr die Folge 56 vom Musikschulkongress in Dresden ans Herz legen. Und wenn es sowohl vom Dialekt als auch vom Musikschulsystem her noch um einiges exotischer für euch sein darf, gibt es für euch als Folge 70 bei Voll motiviert ein Gespräch mit zwei Personen aus Musikschulsystem, wo der Unterricht gratis oder fast komplett kostenfrei für die Eltern ist. Also Podcast abonnieren. Bei der Gelegenheit gleich einen vollen Sternenhimmel als Bewertung dalassen und rechtzeitig informiert sein, wenn die nächste Folge online geht. Alles Liebe für euch, eure Kristin Thielemann.

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